Wer ich bin?  ... Bilder sagen mehr als 1000 Worte


Als ich 10 Jahre alt war, bekam ich das faszinierende Buch von Carl-Heinz Dömken geschenkt. Damals verlor ich mein Herz an die Araber. Zugegeben es waren mehr die Fotos, als die Texte - aber als ich älter wurde, waren es auch die Geschichten und die vielen Legenden, die ich nachlesen konnte. Es folgten viele weitere Bücher, Zeitschriften und Kunstwerke die sich dieser edlen Rasse gewidmet hatten. Aus meinem Kopf war das Pferd nicht mehr wegzudenken.

 

Mit 12 Jahren erkundigte ich mich beim VVÖ (Vollblutaraber Zuchtverband Österreich), welche Besitzer/Züchter des arabischen Pferdes in meiner näheren Umgebung lebten und fand Ingrid Irlbek. Mit einem handgeschriebenen Brief - bestimmt voller Rechtschreibfehler - fragte ich, ob Sie nicht eventuell ein Stallmädchen suchen würde, das ihr bei der Arbeit mit den Pferden helfen könnte... daraus entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft, die nicht nur die Liebe zu den edlen Araberpferden verbindet, sondern auch bis heute anhält.

Unvergessen die Kontakte zu den damaligen, alteingesessen Züchtern, wie Alexander Tubel, Fam. Heimhilcher, Fam. Stutterecker, Fam. Tonte, Fam. Huemer, Fam. Hofbauer, Fam. Trummer und Fam. Mauritsch  um nur einige wenige zu nennen ... Ich erinnere mich an wundervolle Geschichten, Erzählungen, Zusammenhalt, Erfahrungsaustausch und Hilfsbereitschaft - Attribute, die heutzutage leider immer seltener werden. Ich erinnere mich an gemütliche Züchterabende bei Susi Hofbauer in ihrer Wohnung in Wien , an Brenntouren mit Alexander Tubel, an Araberschauen in Baden wo alle zusammen geholfen haben... Ach war das eine schöne Zeit! Ich denke noch oft und gerne an sie zurück...

Bis zu meinem 17. Geburtstag bin ich jedes WE mit Ingrid zu den Pferden gefahren - manchmal auch ohne Sie mit dem Autobus. Die Fahrt von 1,5h in eine Richtung würde sich heutzutage auch niemand mehr antun. Aber mich hat die Liebe zu den Pferden einfach alle Wege gehen lassen... Ich durfte Ingrids "rechte Hand sein", bei der Geburt und Aufzucht der Fohlen helfen und viel Erfahrungen sammeln. Diese Zeit hat mich  für den Rest meines Lebens geprägt - die "Arabitis" hat mich fest im Griff ... Um das Jahr 1992 herum löste Ingrid ihre kleine Zucht jedoch leider auf und verpachtete auch die Stammstute "Sindi" (Ghalion 6 x Sinawi) uA an Fam Heimhilcher in Bad Vöslau. Nach diesen traurigen Tagen verloren sich viele Spuren der Pferde und manche sind unauffindbar... bis heute! Kurzfristig war der Gedanke da, mit den Pferden "Schluss" zu machen, doch dann trat ER in mein Leben und bereichert es seitdem jeden Tag - das war 1994!! Da  fand ich IHN: meine ersten eigenen Vollblutaraber "Primero" von El Perfecto a.d. Exagerada.

Der kleine 2 Tage alte Frechdachs kam sofort auf mich zu und öffnete mein Schuhband, wie man sich denken kann hatte er auch mein Herz sofort gestohlen. Primero ist rein spanisch gezogen von Dr. Franz Petracek aus Braunau in OÖ und ich werde ihm ewig dankbar sein, für diesen meinen Seelenfreund...

 

Den Traum vom eigenen Stall konnte ich mir erst 2012 erfüllen. Nachdem mein Lebensmittelpunkt von Wien nach Puchberg am Schneeberg übersiedelt war, mein Herz und meine Seele endlich den richtigen Platz zum altwerden gefunden haben, fügte sich plötzlich alles wie von selbst an seinen richtigen Platz.  Ich habe die Liebe meines Lebens in menschlicher Form gefunden, meinen Manfred,  und zwei wundervolle Hunde, Una und ihre Tochter Trudy.  Ein kleines Häuschen, fein und nicht protzig und einen schönen Platz für meine Pferde. Dazu benötigt man nur noch Gesundheit und das Leben könnte schöner nicht sein... Im Laufe der letzten Jahre, sind auch einige Pferde über mich zu "ihren" Menschen gewandert und ich kann mit Glück behaupten, dass Sie alle ihre "Bestimmung" gefunden haben.